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Nobelpreisträger Al Gore (61)

Rettet die Menschheit – jetzt!

05.12.2009 Von Sven Stein (Bild)

 

Er ist der bekannteste Klimaschutz-Aktivist der Welt:

Friedensnobelpreisträger und Ex-US-Vizepräsident Al Gore (61).

Vor dem Auftakt des Welt-Klimagipfels in Kopenhagen will er aufrütteln 

 

BILD: Ihr neues Buch heißt „Wir haben die Wahl“ – haben wir die wirklich?

 

Al Gore: Wir müssen uns in Kopenhagen ganz bewusst für die Maßnahmen zur Rettung

der Zukunft der Menschheit entscheiden. Eine Alternative dazu gibt es nicht.

 

BILD: Um Treibhausgase zu verringern, müssen wir die Abhängigkeit von Kohle und Öl überwinden.

Wie kann das gelingen?

 

Al Gore: Es muss klar werden, welchen Preis wir für diese Energie zahlen: Kohle war der grundlegende

Brennstoff der industriellen Revolution. Vor 150 Jahren kam das Öl hinzu, das sich seitdem zur größten

Energiequelle unseres Planeten entwickelt hat. Unsere Abhängigkeit von kohlenstoffbasierten Brennstoffen

ist so groß geworden, dass wir nicht schnell genug auf erneuerbare Energien umstellen können.

Dazu kommt die extreme Abhängigkeit vom Ölmarkt, der sich zu großen Teilen in der unsichersten Region

unserer Erde, rund um den Persischen Golf,befindet.
Den höchsten Preis zahlen wir aber mit dem dramatischen Anstieg der klimaschädlichen Stoffe,

die in die Atmosphäre gelangen. Sie sorgen für steigende Temperaturen, tauendes Eis, einen kletternden

Meeresspiegel, schlimmere Dürren, stärkere Stürme, tropische Krankheiten, die in gemäßigte Breiten

vordringen.Berücksicht man all das, wird klar: Die Kosten für kohlenstoffbasierte Energien sind untragbar!

 

BILD: Aber erneuerbare Energien sind doch zu teuer ...

 

Al Gore: Die Kosten für erneuerbare Energien sinken bereits und werden noch viel schneller sinken.

Der Unterschied zwischen fossiler und erneuerbarer Energie ist klar: Je mehr Öl, Gas und Kohle wir nutzen,

umso mehr steigt der Preis. Aber je mehr erneuerbare Energie wir verbrauchen, umso stärker fällt der Preis

dafür. Und durch technische Fortschritte werden noch erhebliche Verbesserungen bei den Kosten von

Solar- und Erdwärme hinzukommen.

 

BILD: Der Wandel hängt vom weltweiten Willen ab, Veränderungen herbeizuführen.

Was kann der Einzelne dazu beitragen?

 

Al Gore: Glühbirnen und undichte Fenster auszutauschen, ist wichtig –

aber es ist noch viel wichtiger, Gesetze und Politik zu ändern!
Die Rolle des Einzelnen ist nicht begrenzt auf Änderungen beim Energieverbrauch, sondern auch den Einsatz

in politischen Bereichen: Politiker zu ermutigen, neue Gesetze und eine neue Politik anzugehen.

 

BILD: US-Präsident Obama wird an der Klimakonferenz teilnehmen. Was erhoffen Sie sich von ihm?

 

Al Gore: Ich bin froh, dass er Ziele für eine Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen auf den Tisch legen wird.

Sie sind noch nicht so hoch, wie ich sie mir wünschen würde, aber sie sind ein wichtiger Anfang.

Die Ergebnisse von Kopenhagen werden hoffentlich zu einem Abkommen führen, das im nächsten Jahr verabschiedet wird.

Dieser Vertrag wird die Voraussetzungen für weitergehende Abkommen in den kommenden Jahren schaffen.

 

BILD: Wie wird unsere Erde im Jahr 2050 aussehen?

 

Al Gore: Das hängt davon ab, was wir im kommenden Jahr erreichen. In meinem Buch beschreibe ich 2010 als ein Jahr

entscheidender Wechsel. Ich hoffe, dass sich diese Prophezeiung als richtig erweisen wird.

Es hängt von unserem Erfolg ab, wie die Welt für künftige Generationen aussieht. 

TIPP „Wir haben die Wahl“ von Al Gore, Riemann Verlag, 416 S., 21,95 Euro